Herbsttagung – Erfolgreicher Start in das neue Anbaujahr!


Traditionell lädt die Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft eG, Nörvenich ihre Mitglieder und Kunden zur Herbsttagung ein, um das zurückliegende Getreidewirtschaftjahr abzuschließen und einen Ausblick auf das vor uns liegende Jahr 2017/18 zu wagen. In der erneut gut gefüllten Schützenhalle in Merzenich-Golzheim begrüßte Peter-Josef Gormanns als Geschäftsführer der rheinischen Genossenschaft viele Landwirte und auch eine Reihe von Vertretern der Saatgut- und Pflanzenschutzindustrie. Gormanns schaute kurz zurück auf die gerade abgeschlossene Getreideernte, die „sicherlich für viele von Ihnen und auch für uns mit historisch niedrigen Erträgen und Erfassungsmengen noch lange in unseren Köpfen hängen bleibt.“ Gerade im südlichen Einzugsgebiet der Genossenschaft, aber zum Teil auch in den anderen Regionen hatte die Trockenheit vor allem dem Weizen massiv zugesetzt und sorgte so für erhebliche Ertragseinbußen.

„Doch wir müssen nach vorne schauen und uns jetzt einerseits auf die möglichst optimale Vermarktung des Getreides in sicherlich nicht einfachen Märkten konzentrieren. Anderseits muss auch die neue Aussaat bestmöglich gestaltet werden, um in der kommenden Saison hoffentlich wieder optimale Erträge produzieren zu können“, so der Geschäftsführer des Unternehmens.

Georg Nacken, Abteilungsleiter Betriebsmittel Agrar, ging anschließend sehr intensiv auf die Ergebnisse der BB-eigenen und damit völlig unabhängigen Versuchsanlage in Nörvenich ein. Aus den vielen Einzelversuchen (in Nörvenich werden im Demo- und Orientierungsbereich rund 150 Sorten intensiv getestet) ergibt sich sehr schnell ein Gesamtbild, das die notwenigen Rückschlüsse für die neue Sorten- und Aussaatplanung zulässt. Nacken riet den Landwirten, Ihre Sortenwahl nicht unter dem alleinigen Eindruck des Jahres 2017 zu treffen. „Die Sorte, die in diesem Jahr sehr positiv ist, kann in einem nassen Jahr, wie z.B. 2016, ganz hinten anstehen. Gerade die sehr frühreifen Grannenweizen haben das im letzten Jahr gezeigt.“ Deshalb verweist die Buir-Bliesheimer vor allem auf die langjährigen Ergebnisse der Versuche. So konnte der sehr frühreife „Cellule“ in diesem Jahr seine besondere Stärke ausspielen und überzeugt mit einem Ertragsniveau von relativ 113, wohingegen er im letzten nassen Jahr „nur“ bei relativ 96 lag. Der langjährige Schnitt zeigt aber, dass in der BB-Region gerade die früheren Sorten sich positiv zeigen. Cellule liegt im fünfjährigen Schnitt bei relativ 105 und damit recht weit oben in der Skala. Aber natürlich werden auch in jedem Jahr neue Sorten getestet, um den Züchtungsfortschritt nicht zu verpassen und den Landwirten rechtzeitig neue Entwicklungen aufzeigen zu können. Mit der ebenfalls frühen und begrannten Sorte „Nemo“ (zweijährig relativ 113) und „Porthus“ (Spezialist für Maisfruchtfolgen – zweijährig relativ 107) zeigen sich hier zwei sehr aussichtsreiche Kandidaten.

Alles Versuchsergebnisse und die dementsprechenden Sortenempfehlungen finden sie unter www.buir-bliesheimer.de. Die Genossenschaft rät ihren Kunden zu frühzeitigen Bestellungen, damit alle Sorten- und Beizwünsche entsprechend erfüllt werden können. Mit der gerade modernisierten Sattgutproduktion in Vettweiß sieht die Buir-Bliesheimer sich hervorragend gewappnet.

Heiner Klasen, Abteilungsleiter Getreide/Ölsaaten gab einen ausführlichen Überblick über die aktuelle Situation an den weltweiten und europäischen Getreidemärkten. Auch wenn die rheinische Region und einige weitere Teile Deutschlands aufgrund der Trockenheit extrem niedrige Erträge eingefahren haben, ist dennoch festzustellen, dass weltweit erneut mit einer großen Gesamternte und mit einer recht guten Marktversorgung zu rechnen ist. Allerdings ist auch zu beachten, dass ein Großteil der weltweiten Bestände in Ländern wie z.B. China oder Indien lagern. Diese Bestände werden aufgrund des großen Bedarfes in den genannten Ländern dem Weltmarkt nicht mehr als Handelsware zur Verfügung stehen. Insofern besteht durchaus die Hoffnung, dass sich die Notierungen an den Warenterminmärkten in den nächsten Monaten eine positive Tendenz zeigen können. Allerdings ist eine überzogene Euphorie auch nicht angebracht. Denn Europa und damit auch Deutschland sind darauf angewiesen, nennenswerte Getreidemengen zu exportieren, um eine ausgeglichene Bilanz zu bekommen. „Am Weltmarkt wird der Preis gemacht und hier haben wir derzeit auch aufgrund des erheblich gestiegenen Dollar/Euro-Wechselkurs derzeit nicht die besten Karten“, so Klasen.
Gerade in Zeiten eher schwacher Erzeugerpreise wird die Liquidität in den landwirtschaftlichen Betrieben stark belastet. Hier hat die Buir-Bliesheimer einen neuen Weg erarbeitet, um ihren Mitgliedern und Kunden zu helfen, eine gegebenenfalls auftretende Liquiditätsdelle aufzufangen. Mit dem Marktkontrakt kann der Landwirt einerseits kurzfristig Liquidität sichern. Andererseits behält er weiterhin die Möglichkeit, an den Entwicklungen Börsenpreise (Matif) zu partizipieren. Natürlich mit allen Chancen, aber auch mit allen Risiken, die ein Engagement an der Warenterminbörse mit sich bringt.  Heiner Klasen erläuterte den zahlreichen Zuhörern die Abwicklung des Marktkontraktes detailliert. Zu den vielfältigen Kontraktformen, die die Genossenschaft ihren Mitgliedern und Kunden anbietet, konnten sich die Landwirte auch in der BB-Broschüre Kontraktratgeber“ informieren. „Gerne bieten wir Ihnen auch an, in Kleingruppen von rund 10 Teilnehmern, die verschiedenen Kontaktmöglichkeiten, die Abläufe an den Warenterminmärkten und die Chance und Risiken, die sich daraus ergeben, zu erörtern“, bot Klasen einen weiteren Service der Genossenschaft an. Veranstaltungen kurzfristig an den jeweiligen Geschäftsstellen organsiert werden. Die jeweiligen Kundenbetreuer stehen dazu den Mitgliedern und Kunden gerne zur Verfügung.